Heute melde ich mich zurück!

Selfie: Renate Hugel, Juni 2018

Themen dieses Beitrags sind:

  • Heute melde ich mich zurück!
  • Zum Tode meines Mannes
  • Bei der Durchsicht der Dateien… Besprechung zweier Kunstwerke von hh:
  • So wird es in der nächsten Zeit weitergehen

Heute melde ich mich zurück!

Ich habe seit langem ein Update geplant gehabt.

Da ich – neben der Sorge für meinen Mann – nur sehr wenig Zeit erübrigen konnte, kam ich nicht mit der Aktualisierung hinterher: Der Gesundheitszustand meines Mannes, Heinz Hugel, hatte sich stets schneller verändert als ich schreiben konnte (in der Kürze der Zeit)!

Darum war das, was ich schreiben wollte, stets überholt worden von einem neuen Stadium!

 Was soll ich sagen?

Nun geht es nicht mehr weiter…

 Am 10. Mai 2018 ist Heinz Hugel verstorben.

Zum Tode meines Mannes:

Photo: Andreas Hugel, 2002

Heinz Hugel: 30. 05. 1936 – 10. 05. 2018

Photo: Renate Hugel, Mai 2018

„Stille Totenwache“

 Keramische Skulptur: heinz hugel: „männlicher torso“, 2005

Photo: Renate Hugel, 2018

„Erschaudere in diesem Moment nicht vor dem blauen Leuchten…

Dies ist der höchste innere Glanz (des Reinen Erkennens)“

Zitat: „Das Tibetische Totenbuch“ (älteste Übersetzung in die deutsche Sprache), S. 327

Selfie: Renate Hugel, Mai 2018

Renate Hugel: „Trauer  erfordert  Arbeit…“

 

Renate Hugel: „Trauer will durchschritten werden…“

 Tusche, Aquarellfarben, Permanent Marker, 13,5 cm x 20 cm

Juni 2018

Bei der Durchsicht der Dateien…

Bei der Durchsicht der Dateien meines Mannes (hh) habe ich neulich zwei Fotos gefunden, welche ich hier noch zeigen möchte:

 Das erste Foto zeigt eine Skulptur, die etwa in der Zeit von 1985 bis 1990 entstanden sein muss.

hh nannte sie „der weibliche tänzer“.

(Zu dieser Zeit – ungefähr seit 1985 – hatte hh damit begonnen, einen Prototypen in Ton zu arbeiten und davon dann eine Negativ – Form aus Gips zu erstellen. Von jeder neuen Skulptur fertigte er so eine Gipsform an und davon drei Abzüge, variierend in der Ausarbeitung und, oder in der Auswahl des Tones.)

Hier handelt es sich allerdings nicht um eine Präsentation dieser Skulptur. Vielmehr arrangierte hh dieses Ambiente, in dem der „weibliche tänzer“ die Hauptrolle spielt. Das muss etwa im Jahr 1998 gewesen sein.  rh

heinz hugel: „weiblicher tänzer“
Keramik (etwa1985-1990 entstanden) „weiblicher tänzer mit totenkopf“
Arrangement + Foto: Heinz Hugel, ca. 1998

„weiblicher tänzer mit totenkopf“

Die Figur strahlt Energie und Tatkraft aus, inmitten einer Szenerie, bestehend aus allerlei Dingen, die heinz hugel als Künstler immer inspiriert hatten.

Das pralle Leben möchte sich verwirklichen trotz vieler Widrigkeiten: Der Tänzer steckt fest und kommt nicht voran!

Neben dieser Hemmung fallen die beiden Totenköpfe auf, welche hh zu Füßen des offenbar bewegungsunfähigen „weiblichen tänzers“ platziert hatte.

Der Faktor „Vergänglichkeit und eine Auseinandersetzung mit dem Tod“ zu assoziieren, ist damit Intention!

Das ist eine der Aussagen dieses Foto-Arrangements!  rh

Auf den beiden nächsten Fotos ist die Skulptur „metamorphose“ zu sehen.

heinz hugel: metamorphose“
Skulptur aus Holz, Keramik mit Metallstützen und -sockel
h = 140 cm, 2003

„metamorphose“

Die Skulptur besteht im unteren Teil aus dem Torso eines Baumstammes. Dieser, lediglich zur Hälfte erhalten, wurde von hh ausgehöhlt, der äußeren Rundung des Holzes angepasst und farbig gefasst. Darüber scheint der Oberkörper mit angedeutetem Kopf zu schweben (gehalten, jedoch, mit zwei Metallstützen).

Der Schwere des Torsos steht somit eine Leichtigkeit gegenüber.

Der in der Schwere verharrende Torso hat in seiner Dimension etwas Bestimmendes.

Doch das Bewusstsein möchte den sensiblen, weichen Kern herausschälen!

Gearbeitet hat hh die Büste aus weißem Ton, vorwiegend geglättet, jedoch teilweise rau belassen.

heinz hugel zeigt hier einen Übergangsprozess, eine Metamorphose eben!

Gesteuert wird die dargestellte Person vom Bewusstsein.

Die Aufmerksamkeit ist dabei den höheren Sphären zugewandt! Und, irgendwie erinnert die Schale, welche für „Kopf“ steht, an eine Satellitenschüssel!

Die Person ist „auf Empfang“ eingestellt! …

Das erste Foto hat heinz hugel 2004 in der Galerie „Haus am Wasser“ in Bremen aufgenommen, während einer Ausstellung von seinen Arbeiten.

 Das zweite ist eine später von hh bearbeitete Version des ersten Fotos.

Er hatte dort das Motiv „metamorphose“ „freigestellt“ und so bearbeitet, dass das Körperhafte der Büste im oberen Teil der Skulptur nicht mehr zum Tragen kommt.

Der Träger des Bewusstseins (im oberen Teil) scheint die Körperlichkeit überwunden zu haben – während „die Schwere“ der Erde überlassen zu werden scheint! …

 Inzwischen habe ich auf einer alten, von hh erstellten, Ausstellungsliste Werkangaben zu dieser Skulptur gefunden. Dieser konnte ich entnehmen, dass es sich bei dem Holz-Torso um Pappelholz handelt.

Besonders interessant fand ich, dass hh eine zweite Titel-Version angeboten hatte:

 „metamorphose… meta-amorphe-pose…“

heinz hugel liebte das Wortspiel und das Spiel mit mehreren Bedeutungsebenen!

Das kommt in dieser Titelvariante hervorragend zum Ausdruck:

Die zweite (überarbeitete Foto-Version) könnte diesen Titel tragen.

hh liefert einen Hinweis auf das an sich Gestaltlose (Amorphe) des dargestellten Unterleibes (von der Hüfte abwärts). Baum-Torso, wie auch Beine und männliches Geschlechtsteil können assoziiert werden. Der detailreich ausgearbeitete Oberkörper, der zu schweben scheint, ist hier (unteres Foto) lediglich anhand der Konturen zu erahnen und scheint sich zu einer angenommenen Meta-Ebene hin zu erheben!   rh

 Dieses sind ein paar Gedankensplitter von mir zur Skulptur „metamorphose“ und zu dem Foto-Arrangement von heinz hugel.

Ich könnte meine langen Interpretationen dazu schreiben! Für diesen Anlass möchte ich es heute bei meinen kurzen Erläuterungen belassen.      rh

So wird es in der nächsten Zeit weitergehen

So wird es in der nächsten Zeit weitergehen – in langsamem Tempo – :

 Zum Gedenken an Heinz Hugel werde ich eine Zusammenstellung einiger seiner Kunstwerke hier präsentieren. Dabei wird es sich um einen Querschnitt handeln, also um Beispiele seiner Anfangszeit als Künstler, bis hin zu Beispielen seiner letzten Arbeiten (vor der partiellen Demenz-Erkrankung).

 Danach möchte ich gerne eine neue Kategorie eröffnen:

 Ich werde sporadisch jeweils ein Kunstwerk von Heinz Hugel vorstellen und eine Interpretation dazu schreiben.

 Nachdem ich damit begonnen haben werde, plane ich, parallel dazu auf meinem Blog unter „Kunstbegegnungen“ (wie bereits vorher) weiterzuschreiben zur Kunst amerikanischer Ureinwohner (in Zusammenhang mit unserem Projekt „Kunstbegegnungen“ von 2000 und 2001)

Renate Hugel

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.