Author Archives: Renate Hugel

„Kunstbesprechungen in Gedenken an Heinz Hugel“

finden Sie hier auf Home rechts außen bei „Seiten“; dort habe ich meine Absichten hierzu erläutert.

Inzwischen habe ich den ersten Beitrag dazu fertiggestellt: Dieser ist zu finden, wenn Sie oben „Kunstbesprechungen in Gedenken an Heinz Hugel“ anklicken.

Neue Kunstbesprechungen zu Heinz werden sporadisch folgen.

Meine Arbeit zu Kunstwerken Amerikanischer Ureinwohner werde ich demnächst fortsetzen.

Renate Hugel

Kunstbesprechungen – 1 – in Erinnerung an heinz hugel –

Das verriegelte Paradies

                 

Heinz Hugel

(30. 05. 1936 – 10. 05. 2018):

„Das verriegelte Paradies“ (1994)

Als ich an diesem Tag die Werkstatt von heinz hugel (hh) betreten hatte, wäre ich fast über zahlreiche stapelweis geschichtete schwarze Platten gestolpert! Dahinter hatte mein Mann auf einem Stuhl gesessen, in der Hand eine dieser Platten haltend…

Er erzählte mir, dass er diese Schiefer-Tafeln gerade aus der Nachbarschaft abholen konnte. Man hatte ihn gefragt, ob er mit dieser alten Hauswandverkleidung etwas anfangen könnte…

Er hatte sofort zugesagt!

Während er da so gesessen hatte, in Gedanken vertieft und gleichzeitig die Platten-Oberfläche des Schiefers auf sich wirken ließ, da war es geschehen:

Er war innerlich tief berührt worden von den Kinder-Kritzeleien, die sich auf der unteren Hälfte der Schiefer-Platten befinden.

Dazu muss man wissen, dass die einstige Hauswand-Verkleidung so angebracht worden war, dass die Schiefer-Tafeln sich jeweils überlappten. Der obere Teil einer Platte war von der sich darüber befindenden Platte bis zur Hälfte bedeckt gewesen, während die untere Hälfte einer Schiefer-Platte zu sehen gewesen war – und so weiter. Und darum sind auf allen Schiefer-Tafeln auf der unteren Hälfte Kinder-Kritzeleien zu sehen!

Die Spontaneität der Kritzel-Spuren hatte ihn nicht mehr losgelassen!

Und so hatte er sie zum Thema seiner Arbeit mit diesem neuen Material erhoben…

In diesem Sinne sind im Laufe der Zeit zahlreiche Schiefer-Tafel-Werke entstanden. Ich habe ein Beispiel herausgesucht, bei dem das Anliegen von hh – basierend auf der oben beschriebenen Initialzündung – deutlich zum Ausdruck kommt:

„Das verriegelte Paradies“ ist eine Arbeit aus dem Jahr 1994. Der obere Teil der Schieferplatte ist Träger eines Holzplatten-Restes. Auf diesem befindet sich ein Fundstück mit teilweise verwitterter rot lackierter Farbe. Die Schiefertafeln weisen alle Spuren der einstigen Verwendung auf: Löcher, wie auf dem Beispiel im oberen Bereich rechts, wie auch links zu sehen, erinnern an die Nagelung die der Befestigung am Gebäude dienten. Den unteren Bereich einer Schieferplatte hatte hh grundsätzlich frei gelassen, so dass die Kinder-Kritzeleien zum Tragen kommen und sie Teil des Kunstwerkes werden.

Häufig hatte er mit den Kinder-Kritzeleien kommuniziert, indem er selbst „unlesbare Schriftfragmente“ hinzugefügt hatte. Das Gespräch zu suchen, in Gedankenaustausch zu kommen, das war sein Anliegen – dem Betrachter gegenüber.

Damit hat er die spontanen „Äußerungen“ der Kinder zum gleichwertigen Kunstwerk erhoben.

Auf der von mir oben ausgewählten Schieferplatte gibt es keine Schrift-Fragmente von hh, was Teil der Aussage dieser Arbeit ist!

In der ihm eigenen, ganz persönlichen Art hatte hh das Gespräch auf der „Handlungsebene“ geführt. Der Spontaneität der Kinder-Kritzeleien stellte er seine handelnde Spontaneität gegenüber. Solches „Handeln“ erzeugt eine unmittelbare Beziehung zum Material, zur Materie mit der eigenen Körper-Energie. Wenn der Betrachter, die Betrachterin sich einlässt auf die „Ausstrahlung“ der Collage, dem Holz-Element, dann ist dieser Prozess deutlich zu spüren!

Jenes Holz-Element hat durchaus eine besondere Ausstrahlung mit einem Flair von Verrottung, Zerfranst-Sein, sowie Angenagelt-Sein! Und dann prangt da noch dieses rote Farb-Objekt auf der Holzoberfläche, aufgeklebt gleich einem Schild oder einer Botschaft! Diese mag darin bestehen, dass die Assoziation „angebissener Apfel“ sich aufdrängt…

Das zugenagelte und verriegelte Paradies hat uns alle getrennt vom Zustand der freien unbekümmerten Äußerung, indem wir ein Bewusstsein über unsere Bewusstheit erworben hatten…    Renate Hugel

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Ankündigung: Kunstbesprechungen von Renate Hugel

Ich habe eine neue Seite erstellt, die Sie auf HOME rechts unter „Seiten“ an oberster Stelle finden – mit dem Titel „Kunstbesprechungen – in Erinnerung an heinz hugel“. Darin erkläre ich meine künftige Arbeit zu diesem Thema.

Die Kategorie dazu mit dem gleichnamigen Titel ist in Vorbereitung und wird oben auf der Startseite HOME zu finden sein.                                                                                                                       rh

Beispiele seiner Kunstwerke: Update zu heinz hugel

Anmerkung zu den Titeln der abgebildeten Werke:

heinz hugel hatte sich von Anfang an, also in den 1970iger, 1980iger Jahren, für die Kleinschreibung entschieden. Heute stolpert niemand mehr darüber. Kleinschreibung war inzwischen salonfähig geworden. Dank der „digitalen Welt“! rh

„weiblicher torso“, keramik, 1998

Created with Nokia Smart Cam,„lyrik auf keramik“, keramische platte mit applikationen, 2003

„umarmung“,keramik; element aus der installation „schachmatt“, 1998

„weltenbummler“, holzbohlen, z. t. eisen, stahl-sockel in
pyramidenform, 1999

„schale mit kugel“, keramik, raku-brand, 2005
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„schaf“, keramik (raku) auf marmorplatte, aus der serie „flint“, 2006

„hartz IV“*, öl auf leinwand, 80 cm x 100 cm, 1985

 * “HartzIV” ist die Bezeichnung für eine Art Arbeitslosengeld und dient der sog. Grundsicherung des Lebens. (Ganz grob erklärt) rh

Anmerkung: 1985 hatte hh diesem Ölbild den Titel „werkstatt“ gegeben: Zu dieser Zeit waren erstmals junge Leute mutig genug, um eine eigene Existenz zu wagen und ausgediente, leerstehende Läden oder  Hallen anzumieten. Das, was heute nichts Besonderes mehr ist, war damals neu! Die jungen Selbständigen hatten in sich einen inspirierenden Geist und den Mut, etwas zu wagen. Diese Atmosphäre hatte hh in der poetischen Farbgebung – neben den zerbrochenen Fensterscheiben –  zum Ausdruck gebracht.  Dass das Ganze aber ein gewisses Risiko in sich geborgen hatte, zeigte hh mit dem angedeuteten Schachspiel. 2008 hatte heinz hugel eine große Einzelausstellung mit dem Titel „Passagen“ im Dienstleistungszentrum  Wagenfeld. Spontan war ihm damals die Idee gekommen, dem Bild einen neuen Titel zu geben, nämlich: „hartz IV“! Ich meine, dass er damit zum Ausdruck bringen wollte, wie viele dieser Menschen es dann doch nicht geschafft hatten, in der Selbständigkeit zu existieren; und inzwischen führte das oft zu einer Abhängigkeit von  „Hartz IV“.

„unsere welt auf krücken“, keramik auf holzplatte, farbig gefasst,
35x35x49 cm, ca. 1998

„weiblicher torso“, aus der serie „eine form und ihre
variationsbreite“, keramik, raku-brand, h = 27 cm, 1984
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„portrait“, keramik auf drainagerohr, raku-brand, 2007;
Anmerkung: Die Form für dieses Gesicht hatte hh ursprünglich für
die keramische Skulptur „toleranz“ (2007) erstellt. Hier: Ein Spiel
mit dem Gesichtsausdruck. Renate Hugel

„kranich“, digitales foto, 40×60 cm, 2007; Anmerkung: Dieses Foto basiert auf einem kleinformatigen Entwurf aus früherer Zeit (ca. 1980). rh

Szene aus „alles theater“, 2008: “spie(l)gelungen“…installation:
paketpappe mit diversen applikationen auf holzsockel, 30 x 40 x 26 cm.

Hier: Ausschnitt aus der Installation; digitales Kunstwerk – Anmerkung: Mit dem Wortspiel „spie(l)gelungen“ bietet hhdurch das Einfügen von „l“ in Klammern– zwei Lesarten an: „Spiegelungen“ und „Spiel gelungen“. Damit verweist hh auf das Selbstverständnis von Theater: Dessen eigentliches Anliegen ist es, Verhalten von Menschen zu spiegeln. Ist das erreicht worden, dann ist das Spiel gelungen… rh

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„künstlerbuch, aufgeschlagen, hinter glas“, 15×38 cm, bzw. 15×76 cm, aufgeschlagen, ca. 1992

Created with Nokia Smart Cam „impression aus der werkstatt von heinz hugel“: Juni 2017

„wümmelandschaft“, hh, radierung, 1976

„portrait-foto von heinz hugel“, 2012

Renate Hugel

 

 

 

Heute melde ich mich zurück!

Selfie: Renate Hugel, Juni 2018

Themen dieses Beitrags sind:

  • Heute melde ich mich zurück!
  • Zum Tode meines Mannes
  • Bei der Durchsicht der Dateien… Besprechung zweier Kunstwerke von hh:
  • So wird es in der nächsten Zeit weitergehen

Heute melde ich mich zurück!

Ich habe seit langem ein Update geplant gehabt.

Da ich – neben der Sorge für meinen Mann – nur sehr wenig Zeit erübrigen konnte, kam ich nicht mit der Aktualisierung hinterher: Der Gesundheitszustand meines Mannes, Heinz Hugel, hatte sich stets schneller verändert als ich schreiben konnte (in der Kürze der Zeit)!

Darum war das, was ich schreiben wollte, stets überholt worden von einem neuen Stadium!

 Was soll ich sagen?

Nun geht es nicht mehr weiter…

 Am 10. Mai 2018 ist Heinz Hugel verstorben.

Zum Tode meines Mannes:

Photo: Andreas Hugel, 2002

Heinz Hugel: 30. 05. 1936 – 10. 05. 2018

Photo: Renate Hugel, Mai 2018

„Stille Totenwache“

 Keramische Skulptur: heinz hugel: „männlicher torso“, 2005

Photo: Renate Hugel, 2018

„Erschaudere in diesem Moment nicht vor dem blauen Leuchten…

Dies ist der höchste innere Glanz (des Reinen Erkennens)“

Zitat: „Das Tibetische Totenbuch“ (älteste Übersetzung in die deutsche Sprache), S. 327

Selfie: Renate Hugel, Mai 2018

Renate Hugel: „Trauer  erfordert  Arbeit…“

 

Renate Hugel: „Trauer will durchschritten werden…“

 Tusche, Aquarellfarben, Permanent Marker, 13,5 cm x 20 cm

Juni 2018

Bei der Durchsicht der Dateien…

Bei der Durchsicht der Dateien meines Mannes (hh) habe ich neulich zwei Fotos gefunden, welche ich hier noch zeigen möchte:

 Das erste Foto zeigt eine Skulptur, die etwa in der Zeit von 1985 bis 1990 entstanden sein muss.

hh nannte sie „der weibliche tänzer“.

(Zu dieser Zeit – ungefähr seit 1985 – hatte hh damit begonnen, einen Prototypen in Ton zu arbeiten und davon dann eine Negativ – Form aus Gips zu erstellen. Von jeder neuen Skulptur fertigte er so eine Gipsform an und davon drei Abzüge, variierend in der Ausarbeitung und, oder in der Auswahl des Tones.)

Hier handelt es sich allerdings nicht um eine Präsentation dieser Skulptur. Vielmehr arrangierte hh dieses Ambiente, in dem der „weibliche tänzer“ die Hauptrolle spielt. Das muss etwa im Jahr 1998 gewesen sein.  rh

heinz hugel: „weiblicher tänzer“
Keramik (etwa1985-1990 entstanden) „weiblicher tänzer mit totenkopf“
Arrangement + Foto: Heinz Hugel, ca. 1998

„weiblicher tänzer mit totenkopf“

Die Figur strahlt Energie und Tatkraft aus, inmitten einer Szenerie, bestehend aus allerlei Dingen, die heinz hugel als Künstler immer inspiriert hatten.

Das pralle Leben möchte sich verwirklichen trotz vieler Widrigkeiten: Der Tänzer steckt fest und kommt nicht voran!

Neben dieser Hemmung fallen die beiden Totenköpfe auf, welche hh zu Füßen des offenbar bewegungsunfähigen „weiblichen tänzers“ platziert hatte.

Der Faktor „Vergänglichkeit und eine Auseinandersetzung mit dem Tod“ zu assoziieren, ist damit Intention!

Das ist eine der Aussagen dieses Foto-Arrangements!  rh

Auf den beiden nächsten Fotos ist die Skulptur „metamorphose“ zu sehen.

heinz hugel: metamorphose“
Skulptur aus Holz, Keramik mit Metallstützen und -sockel
h = 140 cm, 2003

„metamorphose“

Die Skulptur besteht im unteren Teil aus dem Torso eines Baumstammes. Dieser, lediglich zur Hälfte erhalten, wurde von hh ausgehöhlt, der äußeren Rundung des Holzes angepasst und farbig gefasst. Darüber scheint der Oberkörper mit angedeutetem Kopf zu schweben (gehalten, jedoch, mit zwei Metallstützen).

Der Schwere des Torsos steht somit eine Leichtigkeit gegenüber.

Der in der Schwere verharrende Torso hat in seiner Dimension etwas Bestimmendes.

Doch das Bewusstsein möchte den sensiblen, weichen Kern herausschälen!

Gearbeitet hat hh die Büste aus weißem Ton, vorwiegend geglättet, jedoch teilweise rau belassen.

heinz hugel zeigt hier einen Übergangsprozess, eine Metamorphose eben!

Gesteuert wird die dargestellte Person vom Bewusstsein.

Die Aufmerksamkeit ist dabei den höheren Sphären zugewandt! Und, irgendwie erinnert die Schale, welche für „Kopf“ steht, an eine Satellitenschüssel!

Die Person ist „auf Empfang“ eingestellt! …

Das erste Foto hat heinz hugel 2004 in der Galerie „Haus am Wasser“ in Bremen aufgenommen, während einer Ausstellung von seinen Arbeiten.

 Das zweite ist eine später von hh bearbeitete Version des ersten Fotos.

Er hatte dort das Motiv „metamorphose“ „freigestellt“ und so bearbeitet, dass das Körperhafte der Büste im oberen Teil der Skulptur nicht mehr zum Tragen kommt.

Der Träger des Bewusstseins (im oberen Teil) scheint die Körperlichkeit überwunden zu haben – während „die Schwere“ der Erde überlassen zu werden scheint! …

 Inzwischen habe ich auf einer alten, von hh erstellten, Ausstellungsliste Werkangaben zu dieser Skulptur gefunden. Dieser konnte ich entnehmen, dass es sich bei dem Holz-Torso um Pappelholz handelt.

Besonders interessant fand ich, dass hh eine zweite Titel-Version angeboten hatte:

 „metamorphose… meta-amorphe-pose…“

heinz hugel liebte das Wortspiel und das Spiel mit mehreren Bedeutungsebenen!

Das kommt in dieser Titelvariante hervorragend zum Ausdruck:

Die zweite (überarbeitete Foto-Version) könnte diesen Titel tragen.

hh liefert einen Hinweis auf das an sich Gestaltlose (Amorphe) des dargestellten Unterleibes (von der Hüfte abwärts). Baum-Torso, wie auch Beine und männliches Geschlechtsteil können assoziiert werden. Der detailreich ausgearbeitete Oberkörper, der zu schweben scheint, ist hier (unteres Foto) lediglich anhand der Konturen zu erahnen und scheint sich zu einer angenommenen Meta-Ebene hin zu erheben!   rh

 Dieses sind ein paar Gedankensplitter von mir zur Skulptur „metamorphose“ und zu dem Foto-Arrangement von heinz hugel.

Ich könnte meine langen Interpretationen dazu schreiben! Für diesen Anlass möchte ich es heute bei meinen kurzen Erläuterungen belassen.      rh

So wird es in der nächsten Zeit weitergehen

So wird es in der nächsten Zeit weitergehen – in langsamem Tempo – :

 Zum Gedenken an Heinz Hugel werde ich eine Zusammenstellung einiger seiner Kunstwerke hier präsentieren. Dabei wird es sich um einen Querschnitt handeln, also um Beispiele seiner Anfangszeit als Künstler, bis hin zu Beispielen seiner letzten Arbeiten (vor der partiellen Demenz-Erkrankung).

 Danach möchte ich gerne eine neue Kategorie eröffnen:

 Ich werde sporadisch jeweils ein Kunstwerk von Heinz Hugel vorstellen und eine Interpretation dazu schreiben.

 Nachdem ich damit begonnen haben werde, plane ich, parallel dazu auf meinem Blog unter „Kunstbegegnungen“ (wie bereits vorher) weiterzuschreiben zur Kunst amerikanischer Ureinwohner (in Zusammenhang mit unserem Projekt „Kunstbegegnungen“ von 2000 und 2001)

Renate Hugel

 

 

 

Warum gibt es seit langem keine neuen Artikel mehr?

„Renate Hugel – Selfie“, 2017

 

Unser Leben hat sich grundlegend geändert!

 Heinz (Hugel) war zu Hause gestürzt mit dem Ergebnis: Oberschenkelhalsbruch!

Aufgrund seiner 81 Jahre war es eine Risiko-Operation, die notwendig geworden war. Es ist schon erstaunlich, wie schnell die Bewegungsfähigkeit versagt und einen langen Weg zur Folge hat, um den Rollstuhl wieder verlassen zu können…

Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich so lange nichts habe von mir hören lassen. Heute habe ich zum ersten Mal meine Gedanken wieder in Ruhe sammeln können.

Der Zustand von Heinz lässt noch einen mühsamen Weg vermuten. Einen festen Termin kann ich deshalb noch nicht benennen, wann ich weiterschreiben werde.

Aber, ich werde weiterschreiben – obgleich möglicherweise sehr, sehr langsam…

Renate Hugel

Heinz Hugel, im Rollstuhl

Heinz Hugel, mal wieder im Krankenhaus

Zu Ihrer Information:

Lamontt Bear:

Kiowa – Ureinwohner Amerikas

(und Nachkomme von White Bear),

Oklahoma (USA)

Nachtrag zu:

„Impressionen aus Oklahoma –

zurück zu den „verinnerlichten Orten“

Ich konnte dem Beitrag „Kunstbegegnungen – 43“ noch einige Fotos hinzufügen:

„Das Zeremonie-Tipi“

(anlässlich des Kiowa-Gedenktag-Wochenendes)

Außerdem stellt sich Lamontt Bear mit einem Foto persönlich vor (siehe oben)

Die Fotos finden Sie am Ende des Beitrages Nr: 43:

“Kunstbegegnungen – 43”.

Sie finden den Beitrag, wenn Sie auf HOME „Kunstbegegnungen“

in der Leiste oben anklicken.

Informationen zum gesamten bisherigen Inhalt der

Kategorie „Kunstbegegnungen“

finden Sie, wenn Sie auf HOME rechts außen „Kunstbegegnungen“ anklicken.

Renate Hugel 

 

Zu Ihrer Information:

Lamontt Bear:

 Kiowa – Ureinwohner Amerikas, Oklahoma (USA)

 „Impressionen aus Oklahoma – zurück zu den „verinnerlichten Orten“

In diesem Beitrag stelle ich einige Beispiele der Fotoarbeiten von Lamontt Bear vor. Diese zeugen von einem Leben, geprägt von den Ahnen, der Natur, von Traditionen, wie auch von der Technik und den Menschen…

Mit der Photographie hat LB das Medium für sich entdeckt, das seinen auf besondere Weise gewachsenen Blick auf die Welt nach außen transportieren kann… Außerdem habe ich Zitate von Lamontt Bear, wie auch von Carol Whitney beigefügt:

“Kunstbegegnungen – 43”.

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Renate Hugel 

„Kunstbegegnungen – 43“

Lamontt Bear – Teil I

Lamontt Bear: Sonnenuntergang auf dem Mount Scott“, 2011, Oklahoma (USA)

Lamontt Bear (Kiowa – Ureinwohner Amerikas):

Impressionen aus Oklahoma – zurück zu den „verinnerlichten Orten“

In diesem aktuellen Beitrag stelle ich Fotos von Lamontt Bear (LB) (Kiowa Ureinwohner Amerikas)  vor. Seine Aufnahmen berühren durch ihre Kraft und Intensität: Dem sich ihm bietenden Naturschauspiel verleiht er eine Steigerung zur absoluten Schönheit, indem LB sein gewähltes Motiv so in Szene setzt, dass es die Intensität der Farben nicht nur spiegelt, sondern sie bis zu überirdischer Schönheit überhöht…

Wenn ich die gezeigte Foto-Serie (siehe unten, nach diesem Text) mir in ihrer Gesamtheit betrachte, bekomme ich den Eindruck, als ob den einzelnen Bild-Themen von LB eine bestimmte Philosophie innewohnt…

Um diese zu erkennen, beschäftige ich mich zunächst mit dem persönlichen Hintergrund von Lamontt Bear:

Doch, vorab möchte ich LB persönlich zu Wort kommen lassen: „Ich sende diese Bilder von den Stellen, an denen ich Einsamkeit finde: Die Wichita-Berge – dem Reservat für Tiere am Fuße des Cobb Sees. Dort verbrachte ich als Kind (und jetzt Erwachsener) viele Tage mit meinem Großvater, der die Einsamkeit zum Erbe unserer Vorfahren zählte“… (Zitat von Lamontt Bear)

Für ihn, den Kiowa Großvater, war es existenziell wichtig gewesen, das Erbe der eigenen Vorfahren weiterzutragen an seine Kinder und Kindeskinder! Als Lamontt Bear zu einem jungen Mann herangewachsen war, war für seinen Großvater die Zeit gekommen, seinen Enkel nun zu unterweisen in das, was ein Kiowa – nach Sitte der Vorfahren – lernen muss:

Er sollte die Ausbildung erhalten, die in der Vergangenheit als die richtige Erziehung für einen jungen Mann vorgesehen war!

 Der Kiowa Großvater ging also mit seinem Enkel Lamontt Bear in die Wichita Berge, bestieg mit ihm zusammen den Mt. Scott oder sie gingen zum Fischen an den Ft. Cobb See.

 Nachdem die Phase der Einführungszeit beendet gewesen war, ging der Großvater zurück und verließ die Wichita Mountains. Lamontt  Bear war nun sich selbst überlassen in dieser totalen Einsamkeit der Berge.

Denn, Einsamkeit ertragen zu können, ist das große Lernziel, das für seine Kiowa Vorfahren erstrebenswert war. Sie wussten, dass diese Erfahrung den jungen Menschen reifen lässt und zu innerer Stärke führt, indem er sich mit sich selbst auseinander setzt. Letztendlich bedeutet das auch, seinen Frieden zu finden.

Überleben zu lernen, wie auch, mit der Natur zu kommunizieren, sind weitere Lernziele, welche für seine Kiowa Vorfahren äußerst wichtig waren.

 Im Laufe der Jahre hatte LB darüber hinaus eine innere Vertrautheit erlangt zur Natur und zu ihren rhythmischen Wandlungen innerhalb eines Tages, Monats oder innerhalb eines Jahres.

So war er selbst fast Teil dieser ihn umgebenden Natur geworden, denn er reagierte auf alles Unerwartete inzwischen intuitiv! Und sein Wesen war erstarkt, ruhig und geduldig geworden, weil er sein menschliches Wollen mit der  Natur abgestimmt hatte!

Trotzdem konnte er tatkräftig sein und zielgerichtet denken. Denn dabei deckte sich sein Aktionsrahmen ebenso intuitiv mit seiner inneren Verbundenheit zur Natur!

 Der Nachkomme des berühmten White Bear* war nun ein anerkanntes Mitglied seiner Familie, wie auch seines gesamten sozialen Umfeldes geworden!

(* White Bear, der berühmte Krieger aus den 1800er Jahren)

Dazu gehörten seine Kiowa Verwandten und andere ihm bekannte Kiowa Familien, aber auch seine Cheyenne Verwandten und andere ihm bekannte Cheyenne Familien. Denn: Lamontt Bear hat einen Kiowa Vater und eine Cheyenne Mutter. Diese bemerkten sehr wohl, dass aus LB etwas Besonderes geworden war:

Einer seiner Cheyenne Onkels hatte gesagt, dass er (Lamontt Bear) wie die besonderen Krieger sei, die als die tapfersten Beschützer in früheren Zeiten angesehen waren. Lamontt Bear ist eine Mischung aus den alten und aktuellen Wegen.“ (Zitat von Carol Whitney)

Die Anerkennung, welche dem jungen Lamontt Bear innerhalb der Familie und von Freunden zuteil worden war, tat Lamontt Bear gut! Und so verkörperte er nun ebenso allen Stolz und Mut, wie es seine Leute taten!

Somit war er integriert und identifizierte sich mit seinen Leuten, den Ureinwohnern im Südwesten Oklahomas!

Doch, die Welt um ihn herum funktionierte ganz anders!

Das konnte und wollte er nicht negieren!

Darum hatte LB beschlossen, sich auch auf diese Welt einzulassen!

 LB erlernte einen Beruf. Auch hatte es ihn in die Ferne gezogen zu Menschen anderswo auf der Welt. Gerne blickt er darauf zurück, dass er in vielen Ländern gearbeitet hat, u. a. auch in Deutschland…

 Aus der Erfahrung von Einsamkeit hatte es ihn zu den Menschen gezogen, und war Weltbürger geworden…  

 Heute sagt er von sich, dass er wirklich viele Leben gelebt hat!

 Inzwischen geht er wieder gerne zu den Orten seiner Jugend. Das Gefühl von einst hatte sich verändert – auch die Sichtweise! Diese Erkenntnis hatte ihn dazu gebracht, ein neues Element in sein Leben zu integrieren: die Kamera!

Mit seinem „besonderen Erfahrungsschatz“ hat Lamontt Bear ein beachtliches „Kapital“, das ihn gleichzeitig fordert, dieses mit seinen Fotos so auszudrücken, so dass etwas von seiner Erfahrung dem Betrachter transportiert wird!

Es gibt die Fotos, auf denen LB die überirdische Schönheit der Natur die Hauptrolle spielen lässt, indem er sie perfekt in Szene gesetzt hat.

Andere Motive zeigen weitere Orte, die LB vertraut geworden waren – auf dem Mt. Scott, in den Wichita Bergen, am Ft. Cobb See oder im Reservat für Tiere der Wichita Berge…    

Doch LB integriert mit seinen Fotos nicht nur die Zeit mit seinem Großvater und der Einsamkeit. Er widmet sich auch dem Thema Technik, das ihn während seiner Berufstätigkeit begleitet hatte und sein Denken bestimmt hatte. Dabei denke ich zum Beispiel an das Foto „Wind Turbine im Nebel“. An diesem Foto finde ich es faszinierend, wie das eigentliche technische Motiv lediglich als „Zitat“ zu erkennen ist (auf der linken Fotoseite läuft ein Flügel der Wind Turbine schräg durch das Bild). Dieser leuchtet dabei in dem Orange des ihn umgebenden Lichtes. So wird das Foto bestimmt von dem Lichtschein im diffusen Umfeld, dem Nebel. Die Technik tritt zurück angesichts des Naturgeschehens…

„Lamontt Bear: „Wind Turbine im Nebel“

Auf einem weiteren Foto hat LB Wind Turbinen thematisiert. Auch hier bestimmt die Natur das Geschehen. Ein dramatischer  Himmel dominiert die Szene und den gesamten Bildraum. Mit der gewählten Perspektive macht LB deutlich sichtbar, wie klein der Mensch im Grunde ist – angesichts der Natur. Dafür hat er sich (mit seiner Kamera) auf die Ebene des Gestrüpps begeben, das im Vordergrund des schmalen Landstreifens zu sehen ist. Aus diesem Blickwinkel heraus berühren einige der bedrohlich wirkenden Wolken fast die Erde. Das Darüber ist in Schwarz getaucht, ebenso ein Teil des Landstreifens, während dazwischen die Ausdehnung des Himmelraumes zu erahnen ist! Jene immensen Ausmaße von Himmel und Geschehen relativieren die Größe und Stabilität der Wind Turbinen – und ihre Streben spielen (in der Wahrnehmung des Betrachters) mit den dünnen Ästen des Gestrüpps im Vordergrund…

Lamontt Bear: „Wind-Turbinen“

Dramatik besitzen auch die Fotos, auf denen LB die Schönheit der Natur überhöht. Die Natur folgt den Veränderungen der Kräfteverhältnisse und ihre Dynamik ist wertfrei, bezieht sich nicht auf das Wohl oder Wehe des Menschen…

Das ist sicherlich eine Botschaft, die Lamontt Bear uns als Betrachter mit seinen Fotos übermittelt. Und diese Botschaft zeugt von seinen jungen Jahren, in denen er „mit der Natur geatmet hat“…

Renate Hugel  

Zum Schluss möchte ich Carol Whitney zitieren, die LB seit einigen Jahren auf seinen Wegen, zurück zu den Orten seiner Kindheit, begleitet:

Die Vision von Lamontt Bear geht über die mechanische Aufnahme von Natur hinaus.

Er fängt den Zauber von Licht, Masse und Struktur ein und nimmt mit seinem Verstand Schönheit jenseits von Wörtern wahr aufgrund seiner Erfahrung mit der Natur.

Seine Kamera ist das Werkzeug, um seine Vision mitzuteilen.

Seine Wurzeln als amerikanischer Ureinwohner liefern ihm die glasklare Linse, die vermittelt, was er sieht“… (Carol Whitney)

Lamontt Bear: Doppelter Regenbogen“, 2011

 

Lamontt Bear: „Blick auf die Wichita – Mountains“, 2011

Lamontt Bear: „Auf dem Gipfel des Mt. Scott“, 2011

Lamontt Bear: „Sonnenuntergang über Oklahoma – Land“, 2015

Lamontt Bear: „Baum-Portraits nach dem Sturm“, 2015

Lamontt Bear: „Überschwemmung nach dem Sturm“, 2015

Lamontt Bear: „Wind Turbine im Nebel“, 2015

Lamontt Bear: „Langhorn im Wichita Mountain Refuge“, 2015

Lamontt Bear: „Fischen am Ft. Cobb See“, 2017

Lamontt Bear: „April-Berg-Wispern“, 2017

Lamontt Bear: „Fischende Sterne“, 2017

Lamontt Bear: „Sonnenbrillen-Fischen“, 2017

Lamontt Bear: „Wind-Turbinen“, 2017

Lamontt Bear: „April-Berg-Wispern“, 2017

 

„Das Zeremonie-Tipi“

Lamontt Bear: „Tipi-Schatten“, 2017

(Aufgenommen während des Kiowa-Gedenktag-Wochenendes – und nachträglich mir zugesandt)

 

Hier stellt sich Lamontt Bear persönlich vor:

Lamontt Bear im Portrait

 Ein Portrait-Foto zu erhalten, war mein Anliegen gewesen. Erhalten habe ich drei Fotos.

Warum?

Nach meinem Verständnis begnügt sich Lamontt Bear nicht  mit der Darstellung seiner äußeren Erscheinung. Ihm geht es vielmehr darum, was seine Persönlichkeit ausmacht:

Die Einsamkeit in den Bergen ist Teil seiner Person geworden und hat damit seine Persönlichkeit geprägt. Was das Foto in der Mitte symbolisch zeigt.

Darüber hinaus zeigt das Foto unten eine Situation, in der sich Lamontt Bear in einem meditativen Zustand befindet. Die Beleuchtungssituation der Aufnahme lässt LB mit der Landschaft in den Wichita Bergen verschmelzen.

Das Foto zeigt für mich, dass LB die Fähigkeit erworben hatte, sich auf das stille Sein der Natur einzulassen.

 Seine einstige tiefe Erfahrung von Einsamkeit hat seine Person der Art geprägt, dass er sich später der Welt öffnete! – Wie das Portrait-Foto oben zeigt.

Mit anderen Worten: Lamontt Bear hat mit diesen drei Fotos zu seiner Person sein Leben, welches das Wachsen seiner Persönlichkeit geprägt hat, zusammengefasst!

Renate Hugel

Selbstportrait von Lamontt Bear

Einer seiner verinnerlichten Orte

(in den Wichita Bergen)

Lamontt Bear, meditativ

Fotos: Lamontt Bear

 

Anmerkung 1: Aktueller Stand: Zu Lamontt Bear habe ich unter „Kunstbegegnungen“ den Beitrag „Kunstbegegnungen – 43“  geschrieben.

Anmerkung 2: Informationen zum gesamten bisherigen Inhalt der Kategorie „Kunstbegegnungen“ finden Sie, wenn Sie auf HOME rechts außen „Kunstbegegnungen“ anklicken.

Renate Hugel